DEULA Experten-Tipp für den Lohnunternehmer - Den Pflug richtig einstellen

Der Pflug

In unserer intensiven Landwirtschaft erlebt der Pflug nach jeder Abkehr eine Renaissance. Er erfährt Innovationen und verbindet Tradition mit modernster Technik. Pflugwissen ist nicht nur für Meisterschaften wichtig.

Seit Jahrtausenden steht der Pflug wie kein zweites Ackergerät als Sinnbild für die Landwirtschaft. Mal verliert er an Popularität und mal gewinnt er. Laufend wird er weiterentwickelt und den Anforderungen sowie den neuesten Erkenntnissen in der Landwirtschaft angepasst. Ein wahrer Dauerbrenner also. Er steht für intensive Landwirtschaft, stellt hohe Anforderungen an die Fahrer und macht den Schlepper durstig. Saubere und effiziente Arbeit setzt einen gut eingestellten Pflug voraus. Dieser benötigt dann aber weniger Zugkraft, was sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch sowie die Tagesleistung auswirkt. Über die Wirtschaftlichkeit wird an den Stellschrauben an Schlepper und Maschine entschieden.

 

Einstellungen und Auswirkungen

Die Einstellungen für gutes Pflügen beginnen am Schlepper. Ein gleichmäßiger Reifendruck sorg für optimalen Stand des Schleppers, ist der Druck niedrig (siehe Luftdrucktabelle des Reifenherstellers), sind Bodendruck und Schlupf ebenfalls niedrig. Vorder- und Hinterachse sollten die gleiche Spurweite haben, wobei das Innenmaß zwischen den Rädern der Vorderachse 0-10 cm größer sein sollte als an der Hinterachse. So kann die Innenseite des Hinterrades stets an der Furchenwand entlanglaufen. Beide Unterlenker sollten die gleiche Höhe haben und bei angebautem Pflug leicht nach außen zeigen. Nur so ergeben Schlepper und Maschine eine stabile Linie. Der Oberlenker zeigt auch beim Pflügen vom Schlepper aus leicht aufwärts, die Unterlenker laufen parallel zum Boden. Die Grindel stehen im 90 Grad Winkel zum Boden. Neigt sich der Pflug zum gepflügten Land, wird die Vorderfurche tiefer und breiter, außerdem verschlechtert sich der Einzug. Besteht eine Neigung zum ungepflügten Land, wird die Vorderfurche Schmaler. In beiden Fällen ist ein schlechtes Pflugbild das sichtbare Resultat. Für die Überprüfung der Vorderfurchenbreite wird auf dem Feld von einer gepflügten Furche drei Meter in das ungepflügte Land gemessen und mittels Stock, Schraubenschlüssel o.ä. markiert. Es wird an dem Messstück durchgepflügt und der verbleibende Rest zwischen neuer Furche und der Kennzeichnung im Feld gemessen. Entspricht die Differenz der beiden Messungen der theoretischen Arbeitsbreite, stimmt auch die Vorderfurche. Gegebenenfalls ist nach Anleitung des Herstellers zu korrigieren. Bei Variopflügen wird mit der Verstellung der Arbeitsbreite die Vorderfurche im richtigen Verhältnis automatisch mit angepasst.

 

Die DEULA rät

Alte Hasen wissen natürlich, wie der Pflug eingestellt sein muss, damit ein ordentliches Pflugbild entsteht und die Arbeit „flott von der Hand“ gehen kann. Aber auch alte Hasen sollten ihr Wissen gelegentlich auf den Prüfstand stellen. Pflügen ist die Bodenbearbeitung mit dem höchsten Kraftstoffbedarf je Hektar und somit auch mit dem höchsten Einsparpotenzial. Den größten Einfluss auf den Dieselverbrauch hat die Pflugtiefe. Bedenkt man, dass ein Zentimeter Tiefe je Hektar 100 m³ Boden ausmacht, ist die Überlegung, ob nicht auf einige Zentimeter Pflugtiefe verzichtet werden kann, naheliegend. Zumindest sollte die Tiefe über die ganze Arbeitsbreite gleich sein und den Vorgaben exakt entsprechen. Ein niedriger Bodenschlupf wirkt sich ebenfalls positiv auf den Verbrauch aus. Neben einem möglichst geringen Reifendruck und der richtigen Frontballastierung ist dafür die korrekte Zuglinie wichtig. Es handelt sich dabei um die gedachte Verlängerung von Unter- und Oberlenker nach vorn. Schneiden sich diese Linien beim Allradschlepper kurz vor der Vorderachse, ist die Einstellung richtig gewählt. Eine falsche Einstellung verschenkt Traktion und damit Kraftstoff. Außerdem leidet die Lenkbarkeit des Gespanns. Der Zugpunkt ist so einzustellen, dass kein oder nur minimales Gegenlenken erforderlich ist, um das Gespann geradeaus zu führen, so wird keine Kraft verschwendet.

 

Eine Checkliste kann helfen, stets mit einem tadellos arbeitendem Gespann unterwegs zu sein. Ob als Papier in der Hand oder vor dem geistigen Auge leistet sie gute Dienste.

 

Visuelle Überprüfung

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Anmerkungen

Schlepper

 

 

Abfahrtskontrolle

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Hubstreben(gleich kurz)

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Reifenluftdruck

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Frontballastierung

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Regelhydraulik eingestellt

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Beim Anbau

 

 

Verschleiß prüfen

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Pflugturm

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Untergriff

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Seitengriff

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Oberlenker Gewinde gleich lang

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Pflug dreht frei

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abschmieren

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Bei Straßenfahrt

 

 

UVV beachten

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Auf dem Feld

 

 

Tagesstundenzähler auf 0

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Seitenstabilisatoren lösen

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Feldmarkierungen setzen

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Arbeitstiefe einstellen

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Rahmen Parallel zum Boden

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Wenn Langloch, dann frei

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Grindel 90°

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Arbeitsbreite 1.schar

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Vorschäler/Scheibensech

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Zugpunkt einstellen

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Nach der Arbeit

 

 

reinigen

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Gegen Rost schützen

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Weitere Informationen:

Bundesverband DEULA e.V.

Hubert Lücking

info@deula.de

04488/ 830150